Schwere Luftangriffe auf Oberhausen im 2. Weltkrieg

Zusammengestellt nach: Abenteuer Industriestadt

Oberhausen 1874 - 1999

11. Mai 1940

4. Juli 1940

27. März 1941

13. Juni 1941

9. März 1942

10. April 1942

2. Juni 1942

26. / 27. April 1943

Im Einzelnen:

Eine erste Sonderzuteilung pro Kopf von je 10 Zigaretten, 50 Gr. Bohnenkaffee und 0,35 l. Trinkbranntwein wurde von der Bevölkerung freudigst begrüßt.«

27. Juli 1943

30. März 1944

Im Einzelnen:

Personenverluste:

29. September 1944

30. November 1944

11. Dezember 1944

31. Dezember 1944

4. Februar 1945

Am 30. März 1945 erfolgte die Besetzung des Stadtteils Osterfeld und am 11. April 1945 zogen die Amerikaner in Alt-Oberhausen ein, ohne daß es zu Kampfhandlungen gekommen wäre. ...

Oberhausen blieb auch weiter von amerikanischen Truppen besetzt. Am 17. Juni 1945 rückten die Amerikaner ab und wurden durch englische Truppen ersetzt. Erster Kommandant war Major Lund, der Anfang Juli 1945 durch Major Mitchell abgelöst wurde.

Bilanz am 11. April 1945

Als Opfer der Luftangriffe waren 1 991 Tote und 5 439 Verletzte zu beklagen, darunter 320 bzw. 280 Ausländer

Die meisten Straßen sind durch 1 412 Bombentrichter unpassierbar geworden, der Straßenbahnbetrieb ist eingestellt, der Eisenbahnverkehr ruht vollständig -Oberhausen ist »von der Außenwelt und damit auch von seinen Versorgungsgebieten vollständig abgeschnitten ...«.

Entwicklung der Einwohnerzahlen der Stadt Oberhausen nach Kriegsende:


Die Bilanz des Hitlerkrieges für Oberhausen:

161 Luftangriffe mit

11 078
-
Luftminen
25 010
-
Sprengbomben
38 837
-
Phosphorbrandbomben
365 208
-
Stabbrandbomben

Hier einige Bilder die verdeutlichen was der Krieg in Oberhausen angerichtet hat.

10120 zerstörte oder stark beschädigte Wohnhäuser ( von 17 800 );

Von 53209 Wohnungen wurden 46070 teilweise schwer beschädigt.

21262 wurden wiederhergestellt. Der Rest konnte nur noch abgerissen werden.

Behelfsmäßig untergebracht:

Am Ende hatte die Stadt 2203 Tote durch die Luftangriffe zu beklagen. Darunter waren 228 Kinder. Verletzt wurden 5593 Menschen.

4818 Soldaten aus Oberhausen verloren ihr Leben.

( Quelle: Oberhausener Heimatbuch, 1964 )


Die Währungsreform 1948

Die drei Besatzungsmächte USA, Großbritannien und Frankreich planten für Deutschland eine Neuordnung der Währung, die sie am 20. Juni 1948 in den Westzonen sowie in den Westsektoren Berlins realisierten. Die Deutsche Mark (DM) löste die Reichsmark (RM) ab und wurde gesetzliches Zahlungsmittel.

Am 18. Juni 1948 ließ die Militärregierung über den Rundfunk einige Eckpunkte der Währungsreform verkünden.Jeder Bewohner konnte 60 Reichsmark im Verhältnis 1:1 in DM umtauschen; davon wurden 40 DM am Sonntag, dem 20. Juni 1948, die restlichen 20 DM bis spätestens September ausbezahlt, weil die Menge der in den USA gedruckten Banknoten nicht ausreichte.

Die Bürger mußten ihre Reichsmark-Bestände innerhalb einer Woche bei den Banken einzahlen und ihre weiteren Guthaben zum Umtausch anmelden.

Die Bevölkerung erfuhr erst nach Ablauf dieser Frist, was mit ihren Konten geschehen sollte: Das Finanzamt prüfte alle Guthaben über 5 000 RM vor der Umstellung.

Als Umtauschkurs setzten die Alliierten 1 DM für 10 RM fest. Die Sparer konnten aber nur über die Hälfte der neuen DM-Guthaben sofort verfügen. Die andere Hälfte lag zunächst unerreichbar auf Festkonten. Am 4. Oktober 1948 gaben sie dann zwei Zehntel dieses Festgeldes frei, ein weiteres Zehntel durften die Kontoinhaber in mittel- und langfristigen Wertpapieren angelegen, der Rest wurde gestrichen. Von 100 RM Guthaben blieben also letztendlich 6,50 DM. Altschulden mußten 10:1 abgewertet in Deutsche Mark getilgt werden.

Regelmäßige Zahlungen wie Löhne, Gehälter, Pensionen, Renten und Mieten wurden im Verhältnis 1:1 umgerechnet. Der Aktien- und der Immobilienbesitz blieben unangetastet.

Zusammenfassend kann man also feststellen, daß Sparer, die trotz der vorangegangenen schweren Zeiten noch Geld auf ihrem Konto hatten, durch die Währungsreform den größten Teil ihrer Rücklagen verloren, die Aktien-, Fabrik- und Grundstücksbesitzer büßten dagegen fast nichts ein.

Deshalb erinnern sich viele damalige "Normalverbraucher" wegen der nicht (mehr) vorhandenen Guthaben weniger an die soziale Ungerechtigkeit der Währungsreform als an ihren "Schaufenstereffekt". Plötzlich konnten sie in den jahrelang leeren Geschäften wieder alles kaufen, wenn auch zunächst das nötige Geld fehlte. Im Laufe der Jahre steigerten die meisten von ihnen jedoch - dank des durch die Währungsreform ausgelösten "Wirtschaftswunders" - ihren Lebensstandard beträchtlich.

Auch bei der Ausgabe des neuen Geldes mußten die Bürger wieder schlangestehen.
Mit diesen neuen Scheinen wurde ihr Warten belohnt.
Und am Montag standen die Menschen staunend vor den plötzlich gefüllten Schaufenstern.


Inflation 1923

Mit dem Passiven Widerstand ging eine immer schneller werdende Geldentwertung einher, die den Dollarkurs schließlich ins Unermeßliche steigen ließ. Mußte man im Januar 1923 noch 17 900 Mark für einen Dollar bezahlen, so waren es auf dem Höhepunkt der Inflation im November bereits mehr als 2 Billionen Mark, in Ziffern geschrieben eine 2 mit 12 Nullen!

Die Geldschein-Nennwerte erhöhten sich nun in schneller Folge, bis die Reichsbank im November als höchsten Wert einen Geldschein über 100 Billionen Mark (100.000.000.000.000 M) drucken ließ. Insgesamt gab sie 10 Milliarden Inflationsscheine aus.

Trotzdem reichten die verfügbaren Zahlungsmittel nicht aus, die Druckereien konnten den Wertverlust einfach nicht mehr durch vermehrten Notendruck ausgleichen. Deshalb wurden von Städten, Gemeinden und Firmen eigene Notgeldscheine herausgegeben.

Entsprechend sank bei hochschnellenden Preisen die Kaufkraft des verdienten Geldes, auch wenn die Betriebe die Löhne und Gehälter zuletzt mehrmals in der Woche auszahlten.

Die schlechte Versorgung der Geschäfte mit Lebensmitteln kam noch erschwerend hinzu. Um die größte Not der Bevölkerung zu lindern, richteten die Besatzungstruppen in allen Städten öffentliche Suppenküchen ein.

Die Einführung der Rentenmark am 15. November 1923 brachte endlich normale Verhältnisse. Der Umtauschkurs lag bei 1 Billion Mark für 1 Rentenmark, der Dollar wurde mit 4,20 Rentenmark gehandelt.

Die Rentenmark war nur als Übergangswährung gedacht. Deshalb wurde sie am 30. August 1924 von der Reichsmark abgelöst. Im Grunde genommen änderte sich dieses Mal nur der Name, die Rentenmark-Geldscheine blieben weiter gültig.

  
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