"Industriedorf" Eisenheim |
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Die älteste Werkssiedlung der Gutehoffnungshütte entstand vor 112 Jahren. Aus Ackerland und Heide entwickelte sich in kurzer Zeit ein Stadtteil. Aus: Der Kickenberg, Nr. 6, Juni 1956 Das Jahr 1844 leitet nicht nur für Osterfeld, sondern für ganz Oberhausen eine Entwicklung ein, die mit dem Namen des Ortsteils Eisenheim untrennbar verbunden ist. Es entstand hier der erste industrielle Siedlungskern inmitten eines ländlichen Bezirks. Und was hier damals geplant und verwirklicht wurde, ist beispielhaft gewesen für weitere Siedlungen ähnlicher Art, durch die die bäuerliche Dorfgemeinschaft im Verlaufe der folgenden Jahre umgestaltet wurde zur modernen Industriestadt. Die Gutehoffnungshütte braucht Arbeiter Aus der geschichtlichen Rückschau sollte man den Beginn dieses Wandels viel früher vermuten, nämlich mit der Gründung der Antony-Hütte in Klosterhardt, im Jahre 1757. Aber diese geschichtlich bedeutsame Gründung ließ das bäuerliche Leben in Osterfeld unberührt. Das änderte sich mit dem Wachsen des größten Oberhausener Industrieunternehmens, der Gutehoffnungshütte. Wegen ihres günstigen Standortes zur Kohle, ihrer unentbehrlichen Helferin, nahm sie einen riesenhaften Aufschwung und verurteilte die Antony-Hütte zur Bedeutungslosigkeit. Welchen Anstieg das Werk nahm, geht aus der Tatsache hervor, daß es auf seinem Walzwerk an der alten Emscher gegenüber von Schloß Oberhausen ( heutige "Alte Walz" ) die Zahl der Beschäftigten, die im Jahre 1832 nicht mehr als 340 Personen betrug, in zehn Jahren versechsfachte. Weder Osterfeld noch die Lipper- und Liricher Heide konnten den Bedarf an Eisenarbeitern decken; denn ersteres hatte noch im Jahre 1843 nur 775 Einwohner, und Lippern und Lirich waren ebenso dünn besiedelte Heidegebiete. Aus Westfalen, aber auch aus dem Hunsrück und dem Westerwald kamen Arbeitsuchende und fanden lohnende Beschäftigung auf der Gutehoffnungshütte. Die Anfänge Eisenheims Dem Werk lag nun daran, der Fluktuation, die unvermeidlich war, infolge der schlechten Wohnverhältnisse, zu begegnen und aus der Schar der Zugewanderten Dauerarbeiter, Stammarbeiter, bodenverbundene und damit auch werksverbundene Arbeiter zu gewinnen. Es zeugt für den realen Sinn der Verantwortlichen der damaligen Gutehoffnungshütte, daß sie die Relation zwischen Heimatverwurzelung und Werkstreue richtig gesehen und die Konsequenzen daraus gezogen haben. Und so entstand Eisenheim, unter welchem Namen wir heute den Komplex zwischen der Hüttenbahn und der Sterkrader Straße verstehen. |








